2010/1/8
LL-Demo in Berlin
Über
den vor 95 Jahren vom deutschen Imperialismus entfesselten I. Weltkrieg,
den zu kreditieren Karl Liebknecht sich am 02. Dezember 1914 als einziger
Reichstagsabgeordneter verweigerte, schrieb Rosa Luxemburg 1916 in der
«Juniusbroschüre»: «Der Krieg ist ein methodisches, organisiertes,
riesenhaftes Morden. Zum systematischen Morden muss aber bei normal
veranlagten Menschen erst der entsprechende Rausch erzeugt werden. Dies
ist seit jeher die wohlbegründete Methode der Kriegsführenden. Der
Bestialität der Praxis muss die Bestialität der Gedanken und der Gesinnung
entsprechen, diese muss jene vorbereiten und begleiten». Luxemburg sprach
von Hetzblättern, «die Berg und Tal zusammenbringen, Krieg mit
´Humanität´, Morden mit Bruderliebe, Bewilligung von Mitteln zum Kriege
mit sozialistischer Völkerverbrüderung vermählen wollen.»
Für
die Konsequenz ihres Handelns und die unbestechliche Klarheit ihres
Denkens wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 91 Jahren von der
Reaktion ermordet. So wie sie wehren wir uns heute gegen jene, die uns
weismachen wollen, Krieg und Menschenrechte, Morden und Brüderlichkeit,
Kriegsetats und «internationale Staatengemeinschaft» gehörten zusammen.
Luxemburg und Liebknecht ehrend demonstrieren wir gegen imperialistische
Kriege. Wir fordern den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Wir demonstrieren gegen jegliche direkte und indirekte Kriegsbeteiligung
Deutschlands, gegen alle aggressiven Bestrebungen der EU und der NATO,
gegen horrende Rüstungsausgaben und mörderische Rüstungsexporte. Unsere
Sympathie gilt allen Bestrebungen, den US-amerikanischen Hegemonieanspruch
einzudämmen. Voller Hoffnung blicken wir auf die revolutionären Bewegungen
Lateinamerikas und wir verabscheuen die honduranischen Putschisten. Der
MAS-Regierung Evo Morales gilt unsere Solidarität ebenso wie den
Fortschrittskräften Venezuelas und dem sozialistischen Kuba. Unsere
ausdrückliche Solidarität gehört dem palästinensischen Volk und der
israelischen Friedensbewegung. Wir wenden uns gegen alle
neokolonialistischen Machenschaften, gegen die hemmungslose Ausbeutung
insbesondere des afrikanischen Kontinents.
Gerade in Anbetracht der seit 1945 grössten Weltwirtschafts- und
Finanzkrise demonstrieren wir gegen rapide wachsende Arbeitslosigkeit, den
grassierenden Sozialabbau und die damit einhergehende Entwürdigung von
Millionen Menschen. Wir stellen uns gegen die unverschämten Beschränkungen
bürgerlicher Freiheitsrechte unter der Flagge der Terrorbekämpfung. Wir
wehren uns gegen die stetig aggressiver agierenden Nazis und demonstrieren
gegen Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Nationalismus. Dem
Antifaschismus, der internationalen Solidarität und dem Humanismus fühlen
wir uns unbedingt verpflichtet