2010/1/8

Mehrheit der US-Amerikaner lehnt Krieg am Hindukusch ab

In ihrem Artikel vom 24. Dezember über die Auflehnung der US-Amerikaner gegen den Afghansitan-Krieg schrieb die Tageszeitung “Neues Deutschland” :           Neun Tage nach Barack Obamas Rede in der Militärakademie West Point, in der der USA-Präsident die Truppenverstärkung um 30 000 Mann in Afghanistan ankündigte, erhielt der »Kriegspräsident« in Oslo den Friedensnobelpreis. Am selben Tag versammelte sich vor dem New Yorker UN-Hauptquartier eine Gruppe von Kriegsgegnern der »War Resisters League«. In einem Schweigemarsch zogen zwei Dutzend Friedensaktivisten durch Manhattan. Auf den Schultern trugen sie selbst gebaute Särge, die an die bereits Getöteten und die zukünftigen Opfer des Afghanistankrieges erinnern sollten – auf US-amerikanischer wie auf afghanischer Seite. »Kein Friedensnobelpreis für den Kriegspräsidenten«, war das Motto dieses stillen Protests. Doch kaum ein Passant nahm davon Kenntnis. Die Demonstration der 1923 gegründeten »War Resisters League« war den Medien keine Zeile, keinen Satz wert.                                                                                             »Obamas Krieg« nannte das wöchentlich erscheinende »Time Magazine« die jüngsten außenpolitischen Anstrengungen Washingtons. Obama hatte in seiner West-Point-Rede die Truppenverstärkung »zum schnellstmöglichen Zeitpunkt« angekündigt und gleichzeitig den »Beginn des Abzugs unserer Streitkräfte aus Afghanistan« für den Juli 2011 angegeben, also in 18 Monaten. Das Ziel der Truppenverstärkung bestehe darin, die Verankerung der Al Qaida in Afghanistan zu verhindern. Darüber hinaus würden die USA die Taliban zurückdrängen, um sie von einer Machtübernahme abzuhalten. Der Erfolg in Afghanistan sei »unmittelbar mit der Partnerschaft mit Pakistan verknüpft«. Und die USA würden die afghanische Führung dabei unterstützen, diejenigen Taliban in die Regierung aufzunehmen, die der Gewalt abschwörten und die Menschenrechte respektieren.                             Die Liste der Auslassungen in Obamas Rede ist lang. Er erwähnte weder, wann der Truppenabzug abgeschlossen sein wird, noch wie die immensen Kosten beglichen werden sollen. Die ethnischen Konflikte Afghanistans und die Zusammensetzung seiner Armee, die über 100 000 privaten Söldner im Lande sowie die in Afghanistan wie in Pakistan wachsende Opposition gegen die US-Präsenz ließ Obama ebenso unerwähnt wie die Rolle der wichtigsten regionalen Kraft Indien.                        Dass der seit acht Jahren geführte Afghanistan-Krieg in der Tat längst »Obamas Krieg« ist, unterstreichen die Zahlen der auf Seiten der USA getöteten Soldaten. Ein Drittel, etwa 300, starben in den ersten elf Monaten seiner Präsidentschaft. Solche Zahlen helfen, das Unbehagen der US-amerikanischen Öffentlichkeit an dem nach wie vor unpopulären Krieg zu erklären. In einer von der Nachrichtenagentur AP in Auftrag gegebenen Umfrage von Mitte Dezember sagten 57 Prozent der Befragten, sie lehnten den Afghanistan-Krieg ab, während 39 Prozent ihn befürworten. »NBC News« und das »Wall Street Journal« ermittelten fast zur selben Zeit, dass 56 Prozent einen Abzugsbeginn im Juli 2011 für unwahrscheinlich halten. Die unabhängige Medienbeobachterorganisation »Fairness and Accuracy in Media« fand heraus, dass kriegsbefürwortende Kolumnisten, Kommentatoren und Politiker in viel größerem Maße zu Wort kommen und interviewt werden als Kriegsgegner oder Skeptiker. In der »Washington Post« ist das Verhältnis etwa zehn zu eins, in der »New York Times« fünf zu eins.                                                                                               Derweil arbeitet die Armee mit Hochdruck an der Logistik für die Truppenverstärkung. Generalstabschef Michael Mullen zeigt sich zuversichtlich, dass der Großteil der 30 000 Soldaten bis Mitte nächsten Jahres in Afghanistan ist.

 

 
 

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