2009/1/10
Sabine Lösing
"In Afghanistan ist Krieg. Das darf man mittlerweile auch in Deutschland
sagen."
Die Europaabgeordnete Sabine Lösing, DIE LINKE., zum neuen Aktionsplan der
EU für Afghanistan und Pakistan:
In der heutigen Plenumsdebatte des Europäischen Parlaments in Straßburg
wurde der neue Aktionsplan der EU für Afghanistan und Pakistan diskutiert.
Dieser besagt unter anderem: "Wir wollen für die Bevölkerung beider Länder
erreichen, dass sie in Zukunft in Sicherheit, Stabilität und Wohlstand
leben können."
Dazu die Europaabgeordnete Sabine Lösing: "Wieder einmal erklärt die EU
redliche Ziele, doch de facto wird mit dem neuen Aktionsplan die von der
Bevölkerung nicht anerkannte Karzai-Regierung, deren Einnahmen weiterhin
hauptsächlich aus dem Drogengeschäft und der rücksichtslosen Ausbeutung
der Landbevölkerung bestehen, unterstützt."
Genau dieser Regierung stellt man - auch die Europäische Union - einen
riesigen Repressionsapparat zur Verfügung um sie gegen innenpolitische
Widerstände an der Macht zu halten.
"Da die paramilitärischen Polizeieinheiten auch bisherige ausländische
Truppenverbände entlasten sollen, wird deutlich, dass ein wesentlicher
Bestandteil der neuen EU-Strategie für Afghanistan eine sogenannte
'Afghanisierung des Krieges' ist. Denn der Aufbau des staatlichen
Repressionsapparates, das heißt der afghanischen Armee und Polizei, soll
mit EU-Unterstützung forciert werden", so Lösing weiter. Der Ansatz
innerhalb der Europäischen Union überall örtliche Polizei- und
Militärstrukturen auszubilden, ist hochproblematisch, nicht selten werden
dadurch Repressionsapparate auch korrupter Regierungen hochgezüchtet.
Die EU darf kein Geburtshelfer eines autoritären Militärstaats sein. Der
hieraus resultierende Mehrwert dient wohl den kurzfristigen Interessen des
Westens, aber nicht den langfristigen Interessen der Bevölkerung
Afghanistans. Der neue Aktionsplan der EU für Afghanistan und Pakistan
bringt somit nicht Rechtstaatlichkeit und Frieden, sondern Krieg als
Dauerzustand.
( Die Linke )