2009/12/9
Fauler
Kompromiss
Zur
heutigen Entscheidung der Innenministerkonferenz, das zum 31. Dezember
2009 auslaufende Bleiberecht für langjährig geduldete Migrantinnen und
Migranten um zwei Jahre zu verlängern, erklärt der migrationspolitische
Sprecher der Partei DIE LINKE, Ali Al Dailami:
Allein die Tatsache, dass sich die Innenminister erst heute auf die
Verlängerung der Bleiberechtsregelung verständigen konnten, ist schon
peinlich genug. Noch peinlicher wird es allerdings, wenn sie nun versuchen
diesen faulen Kompromiss als humanitären Gnadenakt zu verkaufen.
Die Bleiberechtsregelung gilt nur für Migrantinnen und Migranten, die am
Stichtag 1. Juli 2007 mindestens acht Jahre in Deutschland oder sechs
Jahre bei Familien mit minderjährigen Kindern gelebt haben. Heute sind die
Betroffenen also schon mehr als zehn oder acht Jahre im Land. Es sollte
eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, diesen Menschen eine
Perspektive ohne Restriktionen und Stichtagsregelungen zu bieten.
Verschwiegen wird auch, dass mit der Bleiberechtsregelung auch eine
Verschärfung des Zuwanderungsrechts einher ging. Mindestens 30.000
Menschen konnten die hohen Auflagen für einen geregelten Aufenthaltsstatus
nicht erfüllen. Gerade die Auflage einen festen Arbeitsplatz vorzuweisen,
erwies sich, in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise, als kaum
erfüllbar. Was also hier als humanitärer Gnadenakt verkauft wird, sollte
eine Selbstverständlichkeit sein und verdeutlicht erneut das antiquierte
Vorgehen der Innenminister in migrations- und integrationspolitischen
Fragen. Die Verlängerung um zwei Jahre ist völlig unzureichend und die zu
erfüllenden Voraussetzungen, für einen geregelten Aufenthaltsstatus,
schließen die Mehrheit der in Deutschland langjährig geduldeten
Migrantinnen und Migranten weiterhin aus.
Von:Ali Al Dailami , (www.die-linke.de)
4.Dez.2009